Einladung zum Mitmachen beim offenen Publikationsprozess

Liebe Community, eure Expertise ist gefragt! Wie ich schon im Blog beschrieben habe, bin ich dabei, eine Publikation über E-Books in einem offenen Verfahren von euch kommentieren, korrigieren und ergänzen zu lassen. Ein herzliches Dankeschön an diejenigen, die bereits mit konstruktiven Vorschlägen und Korrekturen zur Verbesserung der Publikation beigetragen haben!

Es ist klar, dass die gesamte Publikation etwas gar umfangreich ist für tiefschürfende Analysen und Ergänzungen in eurer kostbaren Freizeit. Deshalb mein Vorschlag und meine Bitte: Nehmt euch doch ein Kapitel vor, das euch interessiert und bei dem ihr über eigene Expertise verfügt. Und dann nutzt das Tool Hypothes.is, das freigeschaltet ist und über das ihr ganz einfach Kommentare in den Text einbringen könnt.

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Auf diese Weise lassen sich einfache Korrekturvorschläge oder umfangreiche Kommentare an der richtigen Stelle eingeben. Und wie versprochen: Wer einen massgeblichen Beitrag leistet und zum Review beiträgt, der wird namentlich im Text erwähnt. Und wenn jemand ein eigenes Kapitel beisteuern möchte (z.B. zur Erwerbung oder zum Katalogisieren), ist sie/er herzlich willkommen und würde natürlich als Autorin/Autor des Kapitels aufgeführt. Bedingung ist die Zustimmung zur Publikation unter CC-BY.

Die aktuelle Version der Publikation findet ihr unter https://ebooksgrundlagen.pressbooks.com. Mittlerweile sind alle vorgesehenen Kapitel veröffentlicht, ausser jenen über die Produktion von E-Books. Ihr müsst euch nur einmalig bei Hypothes.is registrieren, dann könnt ihr die Kommentarfunktion auf dieser Plattform nutzen. Wenn man im Text eine Stelle anwählt, erscheint das Dialogfenster von Hypothes.is zur Kommentierung (oben im Screenshot rechts). Viel Spass dabei! Ich freue mich auf zahlreiche Rückmeldungen!

E-Book über E-Books: Mitmachen beim offenen Publikationsprozess

Ich arbeite an einer Publikation über E-Books, ein Thema, das mich schon länger beschäftigt. Bevor ich inhaltlich auf das Projekt eingehe, möchte ich alle herzlich einladen, sich an dieser Publikation zu beteiligen. Ich habe mich entschieden, der Community die Möglichkeit zu geben, sich aktiv einzubringen. Zum einen im Sinne eines Open Peer Review, in dem die im Entwurf veröffentlichten Kapitel begutachtet, kommentiert, korrigiert und ergänzt werden können. Zum anderen lade ich Interessierte dazu ein, eigene Kapitel vorzuschlagen und zu schreiben. Alle, die entweder als GutachterIn oder als AutorIn zum Werk beitragen, werden entsprechend in der Publikation als MitautorInnen oder als Beitragende erwähnt. Voraussetzung ist natürlich die Zustimmung dazu und zur Publikation des fertigen Werks unter einer CC-BY-Lizenz. Weiterlesen „E-Book über E-Books: Mitmachen beim offenen Publikationsprozess“

Anwendung von iBeacons

Ich habe im Blog Infowiss Chur einen Beitrag zu einer Anwendung mit iBeacons veröffentlicht. Es geht darum, wie mit Hilfe von Beacons und der Anwendung Locly ortsbezogene Information auf Smartphones vermittelt werden kann. Wir haben im LibraryLab einen Proof of Concept für die HTW Chur Bibliothek gemacht und teilen diese Erfahrung gerne.

http://blog.informationswissenschaft.ch/ibeacons-fuer-ortsbezogene-information/

Trend und Herausforderung für Bibliotheken #9: mobile Inhalte und Barrierefreiheit

Das Thema Bereitstellung mobiler Inhalte hat es 2014 nochmals in die wichtigsten kurzfristigen Trends des Horizon Reports geschafft. Mittlerweile setze ich das Thema als bekannt und umgesetzt voraus, jedenfalls was die Anpassung der Websites an die vorwiegend mobile Internetnutzung betrifft. Websites müssen heute selbstverständlich mobilfreundlich sein und in responsive Design gestaltet werden, das Motto lautet sogar „mobile first“. In diesen Kontext gehört für mich auf die Barrierefreiheit von Bibliotheksangeboten. Weiterlesen „Trend und Herausforderung für Bibliotheken #9: mobile Inhalte und Barrierefreiheit“

Herausforderungen für Bibliotheken Q2/2015

Für einen Sammelband habe ich mich erneut mit dem Thema aktuelle Herausforderungen für Bibliotheken befasst. Da sich bis zum Erscheinen des Textes in gedruckter Form einiges bewegen und verändern wird und da im August bereits der Horizon Report 2015 Library Edition erscheinen wird, poste ich den Inhalt des Beitrags hier im Blog und datiere ihn mit 2. Quartal 2015. Wobei ich mir (natürlich) die Freiheit nehme, die Beiträge zu verändern und mit aktuellen Hinweisen anzureichern.

Ich werde hier aktuelle und mögliche künftige Herausforderungen für Bibliotheken auf der Grundlage der Ergebnisse des Horizon Report 2014 Edition Bibliotheken (englische Version, deutsche Version) darstellen und interpretieren. Im Horizon Report wurden je sechs Trends, relevante Technologien sowie Herausforderungen für wissenschaftliche Bibliotheken ermittelt und beschrieben. Bei den Trends wird nach kurzfristigen (1-2 Jahre), mittelfristigen (3-5 Jahre) und langfristigen (über 5 Jahre) unterschieden. Bei den technologischen Entwicklungen werden drei unterschiedliche Zeithorizonte betrachtet, in denen diese Entwicklungen für Bibliotheken wirksam werden sollen: ein Jahr, 2-3 Jahre und 4-5 Jahre. Eine andere Differenzierung findet sich bei den Herausforderungen: hier wird zwischen lösbaren, schwierigen und komplexen Herausforderungen unterschieden.

Weiterlesen „Herausforderungen für Bibliotheken Q2/2015“

How e-books change the way we are reading


Lately I had a public lecture about e-books and e-reader and how they change the way we are reading. The slides (in German) are as usual available on Slideshare:  http://de.slideshare.net/ruedi.mumenthaler/ebooks-und-ereader-wie-verndern-sie-unser-leseverhalten.

The introduction is similar to other presentations of mine on this subject and not really new. It deals with e-book formats, DRM, reading devices and so on. Of course, I try to add new elements and the latest information, but the content is quite similar to other presentations. Well, you can’t always re-invent the wheel…

But I put an emphasis on the reading behaviour, and that is different to other presentations. I could use the results of an interesting study led by the German Agency for Research Q (Agentur for Forschung Q) for Skoobe, a startup company belonging to the Bertelsmann Group which provides a service with flatrate for e-books in Germany. For the trend report e-reading about 450 users of the service were asked about their behaviour. And the survey confirmed some presumptions and fndings from other studies:

  • people using e-books are not technology addicts, but people who like reading
  • the biggest age group is between 40 and 49
  • 60 % of the users of the service are women
  • people reading e-books read more in general
  • people reading e-books spend less time on TV and gaming
  • reading becomes more mobile
  • people like previews of books
  • people reading e-books read more selective (only destinct parts/chapters) and more often don’t finish reading a book
  • 70% use at least two different reading devices

So this confirms the result of another study that e-books seems to not cannibalize print books but that they promote reading in general. This was the main finding of a study led by the University of Hamburg, Institute for Marketing and Media (2012): 22% of e-book users buy more than three books a year – whereas only 15% of people not using e-books could say this. Also Amazon CEO Jeff Bezos made a similar statement in an interview in the German Newspaper „Die Welt“: he said that Kindle customers generally buy more books, even print ones. And they read more because they carry their library with them. So they are able to read evereywhere: „People read at airports, even in the line at the supermarket, everywhere.“

Another important insight is that tablets have become the preferred e-reading device. This is the result of a study conveyed by Book Industry Study Group: Multi-function tablets have become consumers‘ preferred e-reading devices, overtaking dedicated e-readers for the first time.

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The domination of multifunctional tablets increases the trend to read less concentrated and more selective, because distraction is literally integrated into the tablet – with e-mails, games, news, social media, videos and much more popping up ore demanding the attention of the reader. And people often do not finish reading an e-book. This is also known to e-booksellers like Apple and Amazon. They track the way how e-books are read. And they use this knowledge to „optimize“ reading experience. Amazon has introduced the new format „Kindle singles„, which means short stories that would not be published and read as print books, but as e-books. There is a blog post about this by Christoph Koch (in German). He sees also opportunities in the tracking of user behaviour: Maybe authors will react on comments and feedback given in e-books and dedicate to this subject in a future publication.

And in the academic sector we noticed already for some time that the way how books are consumed and perceived has changed. An academic e-book dissolves as an entity and is offered and consumed in separate parts (chapters, articles) or as part of a huge platform mixing all kinds of formats (like Springerlink).

So for the near future we can expect some changes. Especially considering enhanced e-books with interactive and multimedia content there is an interesting development ahead.

Wie verändern E-Books unser Leseverhalten?

Link zum E-Book „50 Jahre HTW Chur“

In meinem Vortrag im Rahmen von „Uni für alle“ aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläum der HTW Chur habe ich mich dem Thema E-Books und E-Reader und ihre Auswirkungen auf das Leseverhalten gewidmet. Die Präsentation habe ich wie üblich auf Slideshare hochgeladen (http://de.slideshare.net/ruedi.mumenthaler/ebooks-und-ereader-wie-verndern-sie-unser-leseverhalten). Die Einleitung zum Thema Formate, DRM und Lesegeräte ist nicht gerade neu. Ich ergänze natürlich jeweils um die neusten Erkenntnisse, aber der Inhalt ist bei mehreren meiner Vorträge ziemlich ähnlich. Tja, man kann das Rad nicht immer wieder neu erfinden…

Der Aspekt des Leseverhaltens unterscheidet sich aber doch von anderen Vorträgen. Hier konnte ich auf eine spannende Untersuchung zurückgreifen, die im Auftrag von Skoobe bei der Agentur für Forschung Q in Auftrag gegeben wurde. Die Studie Trendreport E-Reading 2012 hat einige Vermutungen bestätigt:

  • E-Book-Leser sind VielleserInnen, nicht unbedingt Technik-Fans
  • Altersschwerpunkt liegt bei 40-49 Jahren, 60% sind Frauen
  • E-Book-Leser lesen mehr (60% geben dies an)
  • Lesezeit geht auf Kosten von TV und Spielen
  • Lesen wird mobil(er)
  • Leser wollen Leseproben
  • E-Book-Leser lesen selektiver (nur bestimmte Passagen, lesen Bücher seltener zu Ende, lesen parallel)
  • 70% nutzen mindestens zwei E-Book-fähige Geräte

Und hier geht es zur Studie. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass der Konsum von E-Books keine Konkurrenz zum Lesen von Büchern darstellt, sondern das die E-Books generell das Lesen fördern. Diese Feststellung machte auch eine Studie der Universität Hamburg, Institut für Marketing und Medien (2012): „Eine Kannibalisierung gedruckter Bücher findet kaum statt.“ 22 Prozent der E-Book-Nutzer kaufen auch mindestens drei gedruckte Hardcover-Bücher im Jahr – wogegen dies nur 15 Prozent der Befragten angaben, die keine E-Books lesen. Und bestätigen kann dies Amazon-Chef Jeff Bezos: In einem Interview mit der Welt meinte er, dass Kindle-Kunden nicht nur E-Books sondern auch mehr gedruckte Bücher kauften. Zudem lesen die Kindle-Kunden grundsätzlich mehr, weil sie ihre Bibliothek quasi mit sich herumtragen und entsprechend überall lesen können: „Die Leute lesen am Flughafen, sogar in der Supermarktschlange, überall.“

Weiter lässt sich festhalten, dass mittlerweile die Tablets die E-Reader als bevorzugtes Lesegerät für E-Books abgelöst haben.

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Da die Ablenkung auf den multifunktionalen Tablets deutlich grösser ist als bei den E-Readern, verstärkt sich der Trend zum weniger konzentrierten und selektiven Lesen. E-Books werden häufiger nicht linear und nicht zu Ende gelesen. Dies können die Betreiber der E-Books-Plattformen (Amazon, Apple…) aus dem Nutzerverhalten herauslesen. Die Folge ist eine „Optimierung“ des Angebots, also eine Veränderung der Publikationsformen. Amazon hat mit der Einführung des Formats „Singles“, also Kurzgeschichten, die als E-Book aber nicht als gedrucktes Buch erscheinen, vorgemacht, in welche Richtung es gehen könnte. Dazu gibt es einen Blogbeitrag von Christoph Koch. Und im Wissenschaftsbereich sehen wir ja schon seit einiger Zeit, wie das Buch als Einheit aufgelöst und durch kleinere Informationshappen (Kapitel, Artikel, Einträge in Nachschlagewerken) ersetzt wird.

Für die nähere Zukunft sind also  noch einige Veränderungen zu erwarten. Gerade wenn wir an die multimedialen, interaktiven E-Books denken, dürfen wir uns auf einiges gefasst machen.

E-book about E-Books, version 1.2

My e-book about E-books and E-readers in Libraries has been updated! Version 1.2 contains my blog posts from January to March 2013. There are again files in the formats EPUB and Mobipocket (for usage on Kindle) available and now also as a PDF.

Download EPUB version
Downlaod Mobipocket version
Download PDF version (Format A4, aktualisiert am 26.3.2013)

Das (noch) nicht genutzte Potential von E-Books

An der 12. Inetbib-Tagung in Berlin hielten Bruno Wenk (HTW Chur) und ich einen Vortrag zum Thema „das (noch) nicht genutzte Potential von E-Books“. Wir gehen dabei von der These aus, dass E-Books noch nicht so genutzt werden, wie das ihrem Potential entspräche. Wir zeigen, worin das Potential besteht, sowohl aus technischer Sicht (Funktionen von EPUB3) wie auch aus Sicht der NutzerInnen.

Zunächst skizzierte Bruno Wenk die verschiedenen Erscheinungsformen von E-Books und schlug eine Definition vor: „Ein E-Book ist ein Informationssystem, das digitale Inhalte und Funktionen für deren Nutzung auf Geräten bereitstellt.“

Hemmnisse bei der Nutzung sind die zum Teil zu komplizierten Zugriffsmöglichkeiten in Bibliothekssystemen, sowohl bei der Suche wie auch beim direkten Bezug der E-Books. Gute Beispiele bieten Discovery-Systeme, die mit einem Klick die Ressourcen auf E-Books einschränken lassen (z.B. Swissbib oder KonSearch). Oft werden NutzerInnen jedoch über komplexe Interfaces der erweiterten Suche geführt, wo dann auch die Bezeichnungen nicht eindeutig sind. Oder wie soll eine Nutzerin/ein Nutzer verstehen, was unter „Online Ressourcen (ohne Zeitschr.)“ gemeint ist? Weiter scheitern interessierte NuterzInnen zu häufig beim Versuch, auf die verlinkten Titel zuzugreifen. Diese sind manchmal zwar im Katalog aufgeführt, jedoch nicht mehr zugänglich, weil z.B. die Lizenz abgelaufen ist. Ein weiteres, grosses Problem besteht darin, dass das gängige Modell für wissenschaftliche E-Books auf die Angehörigen von Hochschulen zugeschnitten ist. Nicht-Hochschulangehörige haben in der Regel keinen Zugriff auf das Angebot an E-Journals und E-Books an Hochschulbibliotheken – ausser sie nutzen diese in den Räumen und an Arbeitsstationen der Bibliothek.

Aus Bibliothekssicht besteht ein grundlegendes Problem darin, dass die NutzerInnen das E-Books-Angebot einer Bibliothek nicht kennen. Das zeigen Untersuchen immer wieder, wie diejenige zur Nutzung von E-Books an der Universität Freiburg. Bibliotheken müssen sich also überlegen, wie sie dieses Angebot besser vermarkten können. Hier sollten sich FachreferentInnen einbringen, die aktuelle wichtige Publikationen zu ihrem Fachgebiet empfehlen können (E-Book der Woche) und dafür auch Blogs einsetzen. Persönliche Empfehlungen findet man heute noch selten auf Seiten der Hochschulbibliotheken, da gibt es noch einiges zu tun.

Aus Nutzersicht scheint mir auch noch wichtig, dass die E-Books sich optimal in die persönliche Arbeitsumgebung integrieren lassen. Grundlage dafür sind standardisierte und komplette Metadaten, die zum einen auf den Plattformen zum Download bereitgestellt werden, u.a. im RIS-Format. Die Metadaten können aber auch in die Dateiinformation integriert werden, sowohl bei EPUB wie auch bei PDF. Einzelne Verlage (Elsevier, Nature) bieten bereits integrierte Metadaten im PDF an, die dann beim Import der Dateien in ein Reference Management System extrahiert werden. Das erleichtert die Organisation der Information.

Weiter kann man festhalten, dass die an Hochschulbibliotheken angebotenen E-Books sehr gut mit Tablets nutzen lassen, die Zugang zum Netzwerk der Hochschule anbieten und mit entsprechenden Apps die Arbeit mit den PDF-Dokumenten sehr gut unterstützen. Wer dies mit E-Readern versucht, die auf E-Ink basieren und 5/6-Zoll-Bildschirme aufweisen, ist zum Scheitern verurteilt. Mobile Nutzung der E-Books aus Hochschulbibliotheken ist somit nur sehr eingeschränkt möglich. Und das liegt daran, dass die Wissenschaftsverlage die E-Books ausschliesslich im Format PDF anbieten. Und diese Werke dann aufgeteilt auf ein PDF-Dokument pro Kapitel bereitstellt. Dabei untersagen die Lizenzbestimmungen den Download des ganzen Werks (also aller Kapitel), da dieser einer integralen Kopie eines urheberrechtlich geschützten Werks entspräche. Damit wäre es heute also nicht mehr möglich, auf legale Weise ein komplettes E-Books zu lesen, denn eine Alternative zur Download der Kapitel wird nicht angeboten.

Dann stellt sich die Frage, ob Bibliotheken dies nicht besser in Eigenregie machen könnten. Gerade die Möglichkeiten, die der neue Standard EPUB3 bietet, bedeuten eine grosse Chance für Hochschulen und Hochschulbibliotheken, die Produktion selbst in die Hand zu nehmen. Ein E-Book im EPUB-Format besteht aus einer Zip-Datei, in der die verschiedenen Dateien zusammengepackt werden. Der Inhalt lässt sich in ungeschützten Dateien mit geeigneten Tools verändern. Das kann dann problematisch werden, wenn eine Veränderung durch einen Nutzer nicht deklariert wird und somit der Inhalt verfälscht werden kann. Der Schutz muss jedoch nicht über DRM erfolgen. Es können auch digitale Wasserzeichen oder digitale Signaturen eingesetzt werden, die für die Nutzer keine Einschränkungen zur Folge haben.

Neben kommerziellen Tools (wie InDesign) gibt es auch offene Plattformen, welche die Produktion von E-Books unterstützen. E-Books im Format EPUB2 kann man zum Beispiel über die Plattform pressbooks.com auf der Basis von WordPress herstellen und in  diversen Formaten (mobipocket, pdf) publizieren. EPUB3 basiert auf HTML5, CSS 2.1 und CSS 3 und bietet darüber hinaus die Integration von Multimedia, interaktive Grafiken auf Basis SVG, die Unterstützung von MathML (und somit die Darstellung mathematischer Formeln), Text-to-Speech und eingebettete Fonds. Optional können interaktive Elemente (z.B. Multiple-Choice-Kontrollfragen in einem Lehrbuch) mit Javascript programmiert werden. Zudem werden mehrere Metadaten-Standards unterstützt (Dublin Core, Prism, Marc21). EPUB3 lassen sich mit dem aus Open-Source-Komponenten bestehenden (aber nicht kostenlosen) Tool BlueGriffon erstellen. Zur Publikation kann z.B. die Plattform http://www.lulu.com genutzt werden, welche den gesamten Marketingprozess unterstützt.

Als Fazit haben wir die Eigenschaften eines aus unserer Sicht idealen wissenschaftlichen E-Books skizziert. Das ideale wissenschaftliche E-Book

  • basiert auf dem Standard EPUB3 und wird auch komplett als PDF publiziert
  • enthält die nötigen Metadaten, um sie direkt in einen Katalog oder in ein  Reference Management System zu übernehmen
  • enthält Markierungen der Absätze, um trotz fliessendem Umbruch das Zitieren in wissenschaftlichen Artikeln zu ermöglichen
    • Beispiel: 10.1007/978-3-8349-8027-4_3/0012
  • schränkt die Nutzung nicht mit einem „harten“ DRM ein, lässt aber mit Wasserzeichen die erlaubte und unerlaubte Nutzung sowie unerlaubte Veränderung des Inhalts erkennen
  • lässt sich in Arbeitsumgebungen integrieren, bearbeiten, annotieren etc.
  • wird automatisch aktualisiert, wenn neue Version („Auflage“) zur Verfügung steht
  • ist unter Open Access publiziert oder steht dank Nationallizenz allen zur Verfügung.

Haben sie Ideen und Vorschläge für weitere ideale Eigenschaften? Dazu können Sie gerne die Kommentarfunktion des Blogs nutzen!

The NMC Horizon Report > 2013 Higher Ed Edition is out!

With a small contribution of mine as a member of the advisory board, the NMC Horizon Report > 2013 Higher Ed is out! It is more focused on teaching and less on libraries than in the past years. I tried to promote some other subjects like e-publishing, open everything (access, resources, data etc.) or flexible glasses – but in the end there were some other technologies making the race:

This year’s NMC Horizon Report identifies massively open online courses (MOOCs) and tablet computing as technologies expected to enter mainstream use in the first horizon of one year or less. Games and gamification and learning analytics are seen in the second horizon of two to three years; 3D printing and wearable technology are seen emerging in the third horizon of four to five years.

These technologies will certainly be important in teaching and learning during the next years. But for libraries I see only low impact.

http://www.nmc.org/news/horizon-report-2013-higher-ed-edition-here