Themen des Horizon Reports 2017 > Library Edition #NMChz

Die Themen für den Horizon Report 2017 > Library Edition sind bekannt! Jetzt können Projekte gemeldet werden! (Meldung auf der Seite des New Media Consortium)

Das internationale Expertengremium hat fleissig diskutiert und die Themen gewichtet. Pro Zeithorizont und Dimension (Trend/Herausforderung/Technologie) wurden je zwei Themen gewählt, die nun für den am 23. März 2017 erscheinenden Horizon Report aufbereitet werden. Die Community ist aufgefordert, für die Themen Beispiele aus der Praxis (Projekte, Initiativen, Services) zu melden. Es ist eine gute Gelegenheit, sich mit innovativen Projekten ins Gespräch zu bringen! Und hier kann man Projekte melden: http://go.nmc.org/projects

Wie in den früheren Jahren gibt es einige Dauerbrenner und einige neue Themen. In der Übersicht habe ich die neuen Themen fett gestaltet.

2015 2017
langfristige Trends
Zugänglichkeit von Forschungsinhalten Institutionenübergreifende Zusammenarbeit
Überdenken der Bibliotheksräume Entwicklungscharakter wissenschaftlicher Portfolios
mittelfristige Trends
Entwicklungscharakter wissenschaftlicher Portfolios Überdenken der Bibliotheksräume
verstärkter Fokus auf Forschungsdatenmanagement für Publikationen Von Nutzer*innen zu Schöpfer*innen
kurzfristige Trends
zunehmender Wert der Nutzererfahrung Zunehmender Fokus auf Forschungsdatenmanagement
Priorisierung von mobilen Inhalten und Bereitstellung Wertschätzung der Nutzererfahrung
2015 2017
lösbare Herausforderungen
Einbettung von Hochschulbibliotheken im Currciulum Verbesserung der Zugänglichkeit zu Bibliotheksdiensten und Ressourcen
Verbesserung der Digitalen Informationskompetenz Verbesserung der Digitalen Informationskompetenz
schwierige Herausforderungen
Konkurrenz durch alternative Informationssuche Anpassen der Organisation an künftige Arbeitsformen
Überdenken der Rolle und Funktionen von Bibliothekaren Fortlaufende Integration, Interoperabilität und Zusammenarbeit
komplexe Herausforderungen
Bereitwillige Annahme radikaler Veränderungen Wirtschaftlicher und politischer Druck
Bewältigung der Obsoleszenz von Wissen Bereitwillige Annahme radikaler Veränderungen
2015 2017
Technologische Entwicklungen: Horizont 1 Jahr
Makerspaces Big Data
Online Lernen Digitale Wissenschaft
Technologische Entwicklungen: 2-3 Jahre
Visualisierung von Information Plattformen für Bibliotheksdienste
Semantisches Web und Linked Data Online Identität
Technologische Entwicklung: 4-5 Jahre
Ortsintelligenz / Georeferenzierung Künstliche Intelligenz
Machine Learning Internet of Things

Es fällt auf, dass – wie schon 2015 im Vergleich zu 2014 – die Technologien fast komplett neu sind. Big Data und digitale Wissenschaft (digital scholarship) gehören in dieselbe Kategorie und verweisen auf die grosse  Bedeutung der Veränderungen im Wissenschaftsbereich durch neue Technologien und darauf gründende neue Methoden für die Wissenschaftlichen Bibliotheken. Plattformen für Bibliotheksdienste (Library Services Platforms) verweisen mit den beiden anderen Themen (Trend: Cross-institution collaboration sowie Herausforderung integration, interoperability and collaboration) auf die Notwendigkeit einer vertieften und institutionenübergreifenden Zusammenarbeit, möglicherweise gerade in Verbindung mit der Herausforderung des ökonomischen und politischen Drucks auf Bibliotheken. Bei den Herausforderungen gibt es dann auch die Forderung nach neuen Organisationsformen (flexiblere, dynamischere, die an die künftige Arbeitswelt angepasst sind) und nach der Annahme radikaler Veränderungen (als Dauerbrenner). Und als weitere Dimension kommen die Nutzer*innen hinzu, die im Rahmen der User Experience im Fokus der Entwicklungen stehen sollen und für die Inhalte und Angebote leicht zugänglich gestaltet werden sollen. Zudem wird der Wechsel vom Nutzer zum Schöpfer / von der Nutzerin zur Schöpferin (klingt deutsch etwas sperriger als englisch „from patrons to creators“) und somit der Einbezug und die Partizipation der Nutzenden betont.

In eigener Sache

Auf den 1. August 2017 werde ich die Direktion der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (www.zhbluzern.ch) übernehmen. Ich freue mich auf die Herausforderung und die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden! Mehr dazu im Newsletter des Kantons Luzern.

Und meinen Kolleginnen und Kollegen an der HTW Chur und speziell am Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft danke ich für die super Zusammenarbeit. Der Abschied fällt nicht leicht, aber die Heimatstadt lockt mit einer spannenden Aufgabe…

 

Anwendung von iBeacons

Ich habe im Blog Infowiss Chur einen Beitrag zu einer Anwendung mit iBeacons veröffentlicht. Es geht darum, wie mit Hilfe von Beacons und der Anwendung Locly ortsbezogene Information auf Smartphones vermittelt werden kann. Wir haben im LibraryLab einen Proof of Concept für die HTW Chur Bibliothek gemacht und teilen diese Erfahrung gerne.

http://blog.informationswissenschaft.ch/ibeacons-fuer-ortsbezogene-information/

Horizon Report 2016 Edition Schulen

Die Arbeiten am Horizon Report 2017 Library Edition haben gerade mit der Einladung des Experten-Panels begonnen, der Report soll im März 2017 erscheinen. Doch es erscheinen regelmässig Horizon Reports zu anderen Bereichen, so gerade zu den Schulen (Horizon Report 2016 K-12 Edition). Die Methode ist dieselbe, nur der Fokus liegt auf Grund- und Mittelschulen statt auf Bibliotheken. Die Liste der ermittelten Trends, Herausforderungen und Technologien für Schulen gibt auch interessante Hinweise auf das, was Bibliotheken beschäftigen wird. Erfahrungsgemäss sind die Herausforderungen für das jeweilige Feld ziemlich spezifisch, während die Technologien sehr ähnlich sind und die Trends einige Parallelen aufweisen. Weiterlesen „Horizon Report 2016 Edition Schulen“

Artikel: Bibliotheken als Orte der Begegnung und des Lernens

Für das Magazin der Gewerblich-industriellen Berufsschule Bern GIBB intern (Ausgabe Juni 2016) mit dem Schwerpunkt „Zukünfte“ habe ich einen kleinen Beitrag zur Zukunft von Bibliotheken verfasst. Weiterlesen „Artikel: Bibliotheken als Orte der Begegnung und des Lernens“

Das Veränderungspotential von SLSP

Im Blog des Projekts SLSP (Swiss Library Service Platform) habe ich einige Gedanken zum Veränderungspotential von SLSP formuliert. Mir scheint es wichtig, dass jetzt, bevor wegweisende Entscheidungen gefällt werden, einige Grundsatzfragen diskutiert und geklärt werden. Es geht dabei um die Fragen, wer in SLSP in welcher Form und in welcher Rolle mitmachen und mitentscheiden wird und welche Aufgaben der zentrale Dienstleister mittelfristig übernehmen soll. Ich plädiere ja schon länger für neue Formen der Zusammenarbeit, und SLSP scheint mir für die Schweizer Bibliothekslandschaft eine einmalige Gelegenheit einen grossen Schritt in diese Richtung zu gehen. Aber man sollte sich der Konsequenzen bewusst sein und offene Fragen jetzt klären. Nur so kann das Projekt erfolgreich sein.

Blogbeiträge mit Bezug zum Thema Zusammenarbeit und SLSP:

#keepZBMED: aktuelle Entwicklungen

Kurz vor der Sitzung des Ausschusses der GWK (Gemeinsame Wissenschaftskonferenz) am 24.5. hier ein Update zu den aktuellen Entwicklungen.

Die Petition #keepZBMED wurde mit 9608 Unterschriften abgeschlossen und zusammen mit ausgewählten Kommentaren an alle Mitglieder der GWK verschickt. Dieses Schreiben kann man hier (Brief_GWK-Petition) herunterladen. Die Petition mit allen Kommentaren ist weiterhin zugänglich (www.change.org/p/keepzbmed). Herzlichen Dank an alle, die uns dabei unterstützt haben!

Der Wissenschaftliche Beirat von ZB MED hat gestern getagt und eine Stellungnahme verabschiedet. Inhaltlich baut diese Stellungnahme auf einer gemeinsamen Stellungnahme von MIFW und BMG auf – beide (noch) nicht veröffentlicht.

Die Vertreter des Ministerium für Innovation, Forschung und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MIFW) und des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) haben intensiv an einer Lösung gearbeitet. Ich denke, der Druck aus der Community hat da durchaus Wirkung gezeigt… Diese Lösung sieht vor, dass man den Entscheid der Leibniz Gemeinschaft nicht in Frage stellt, dass aber die Finanzierung zum Fortbestand der ZB MED als Informationsversorger in den Lebenswissenschaften sichergestellt wird.

Für die 3 Jahre nach 2016 soll es eine Übergangsfinanzierung geben (vermutlich unter dem Titel „Abwicklungsfinanzierung“). Diese Zeit will man nutzen, um die ZB MED unter neuer Leitung wirklich neu aufzustellen und den begonnenen Transformationsprozess umzusetzen. Längerfristiges Ziel ist die Wiederaufnahme in die ordentliche Bund-Länder-Finanzierung.

Zentral ist in diesem Prozess, dass die geplanten Professuren in Bonn (W2) und vor allem in Köln (W3, gleichzeitig neue Direktion der ZB MED) zusammen mit den Unis besetzt werden können. Die neue Leitung in Form einer W3-Professur ist entscheidend dafür, dass der Transformationsprozess umgesetzt werden kann. (Korrektur vom 23.5.: das Berufungsverfahren wurde nicht gestoppt)

Ich kann sagen, dass sich MIFW und BMG wirklich vorbildlich für den Erhalt der ZB MED einsetzen und einen viel versprechenden Weg gehen. Der Wissenschaftliche Beirat von ZB MED hat sich denn auch klar hinter dieses Vorgehen gestellt.

Nach dem Ausschuss der GWK wird sich einen Monat später auch die GWK als Gesamtkonferenz mit dem Thema befassen. Drücken wir die Daumen, dass sie dem Vorschlag von MIFW und BMG folgen!

Neuerscheinung: Innovationsmanagement in Bibliotheken

Was lange währt… Diese Woche ist die Publikation „Innovationsmanagement in Bibliotheken“ von Birgit Inken Fingerle und mir in der Reihe Praxiswissen bei De Gruyter erschienen. Ich danke meiner Kollegin herzlich für ihren grossen Beitrag ans Gelingen dieses Unterfangens. Es war sehr bereichernd sich über unsere Vorstellungen auszutauschen und gemeinsam umzusetzen. Ich kann von mir sagen, dass ich viel gelernt habe und mein Verständnis für das Thema sich vertieft hat. Im Laufe der Arbeit auch beim parallel laufenden Projekt Innovationsmonitor (siehe dazu den Beitrag in b.i.t.online) hat sich bei mir die Erkenntnis gefestigt, dass der Schlüssel zu Innovation bei der Unternehmenskultur und somit bei den Menschen in einer Institution liegt.

Unser Dankeschön geht auch an die Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bibliotheken, die ihre Fallbeispiele beigesteuert haben. Sie machen das Werk so zu einem „lebendigen“ Praxisratgeber. Ihre Fallbeispiele zeigen auch, wie unterschiedlich Innovationsmanagement in der Praxis gestaltet werden kann, beziehungsweise aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen unterschiedlich gestaltet werden muss.

Nun liegt die Publikation also vor. Wer über eine so gut ausgestattete Bibliothek wie wir an der HTW Chur verfügt, kann sie ab sofort lesen. Eine Open Access-Publikation haben wir diskutiert, doch scheiterte dies an den zu hohen Kosten, die wir Autoren zusätzlich zur investierten Arbeit (d.h. Freizeit) hätten tragen müssen. So wird nächstens immerhin ein substantielles Kapitel frei zugänglich geschaltet. Zudem gibt es Arbeitsblätter zum kostenlosen Download auf der Produktseite zum Buch. Wir hoffen also, dass unser Werk auch als kommerzielles Produkt auf Ihr Interesse stösst!

Wer daran interessiert ist, das Buch für eine Fachzeitschrift zu rezensieren, kann sich gerne an uns Autoren wenden. Auch sonst freuen wir uns über ein Feedback!


Titelseite des E-Books im Format EPUB

#keepZBMED: Unterstützung aus aller Welt (update)

Update: Ich habe nun die Unterschriften (Stand: 21.4.) nach Postleitzahlen aufgeschlüsselt und den Bundesländern zugeordnet (so weit möglich). Dies ergibt nun ein differenzierteres Bild innerhalb Deutschlands. Es erstaunt nicht, dass mehr als die Hälfte aller UnterzeichnerInnen aus Nordrhein-Westfalen stammt.

Map_Unterzeichner.jpg

Die interaktive Karte kann auf Google Fusion Tables betrachtet (und vergrössert) werden. WordPress lässt das Einbetten der interaktiven Karte nicht zu.

Und weil es gerade so Spass gemacht hat, hier noch eine Heatmap der Herkunft der Unterschriften aus Deutschland:

heatmap.jpg

ursprünglicher Beitrag:

Hier eine Visualisierung der Herkunft der aktuellen 8000 Unterschriften (mittlerweile, Stand 21.4. um 19:30 sind es 8130 Unterzeichner) für die Petition #keepZBMED. Ich habe es mit Datawrapper versucht, aber die Publikation einer interaktiven Karte ist da kostenpflichtig. Für den zweiten Versuch habe ich Google Fusion Tables benutzt, und das hat dann eine erste Visualisierung ergeben:

Da die Einbettung in WordPress gerade nicht funktioniert, hier ein statisches Bild der Karte:
map

Wir können also festhalten, dass (natürlich) der grosse Schwerpunkt in Deutschland liegt (7300 von 8000), dass die Schweiz mit 158 Unterzeichnern folgt und dass Unterstützung aus allen Erdteilen kommt. Auch die Kommentare zeigen, dass man sich in vielen Ländern auf die Dienstleistungen von ZB MED für die medizinische Wissenschaft verlässt.

Und herzlichen Dank an die Unterstützung durch @herr_tu und @glaserti! An die Postleitzahlen habe ich mich noch nicht gewagt…

 

#keepZBMED: es geht weiter

Die offene Petition ist auf gutem Weg: Der aktuelle Stand (4.4. um 09 Uhr) beträgt 3722 Unterschriften. Unser Ziel besteht darin, anfangs Mai zuhanden der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (für die Sitzung am 24.5.) mindestens 5000 Unterschriften einreichen zu können. Wer noch nicht unterschrieben hat, kann dies also noch bis zum 30.4. tun – und man kann auch Kolleginnen ermuntern, sich an der Petition zu beteiligen. Wichtig ist zum einen die Zahl der Unterschriften (je mehr desto besser). Besonders wertvoll sind zum andern Kommentare von Nutzerinnen und Nutzern von ZB MED, vor allem von Studierenden, Forschenden, Praktikerinnen und Praktikern aus den Bereichen Medizin und Life Sciences, die belegen, wie wichtig ZB MED für ihre Arbeit ist. Hier einige Beispiele für solche Kommentare:

ich als Arzt sowohl klinisch als auch wissenschaftlich tätig bin und direkt von dieser Institution profitiere. Ralf Felix Trauzeddel, Deutschland

Mehr Kommentare kann man direkt auf der Seite der Petition lesen – es lohnt sich!
Die Petition ist also eine Schiene. Wir hoffen, dass wir durch die Mobilisierung der Szene die immense Bedeutung von ZB MED für eine freie, offene Informationsversorgung in den Bereichen Medizin und Lebenswissenschaften belegen können. Gerade nach dem Entscheid von DIMDI, die Literaturversorgung einzustellen und diese an ZB MED zu übertragen, ist dies besonders wichtig. Mittlerweile hat auch die Presse das Thema aufgegriffen, so der Spiegel Online (Link zur Vorschau).
Und dann ist es besonders wichtig, dass sich Fachgesellschaften, Studierendenorganisationen, Verbände usw. mit offiziellen Stellungnahmen gegen die Einstellung der Förderung von ZB MED einsetzen. Sehr zuversichtlich stimmt mich hier, dass die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) eine Stellungnahme (auch via Medizin Aspekte) abgegeben hat und auch direkt intervenieren wird. Die AWMF als Dachorganisation lädt auch ihre Mitgliedsgesellschaften ein, aktiv zu werden. Aus der Veröffentlichung auf der Homepage der AWMF:
Die AWMF wird sich noch in einer ausführlicheren Stellungnahme direkt an die zuständigen Ministerien im Bund und in den Ländern wenden und ihnen empfehlen, der Empfehlung des Senats der Leibniz-Gemeinschaft zur Einstellung der Finanzierung von ZB MED nicht zu folgen. Wir wollen auch unsere Mitgliedsgesellschaften informieren mit der Bitte, selbst aktiv zu werden und damit deutlich zu machen, dass der Erhalt von ZB MED für alle wissenschaftlich und praktisch Tätigen im Bereich der Medizin essenziell wichtig ist.
Weiter unterstützt auch Infobroker aktiv die Rettung von ZB MED, unter anderem mit einer Kurzanleitung per Video, was man tun kann:

Und Doerte führt auf Bibliothekarisch die annotierte Linkliste zu #keepZBMED laufend weiter. Herzlichen Dank!

Also: nicht nachlassen! Helft mit, das Unterschriftenziel von 5000 bis Ende April zu erreichen!