Trend und Herausforderung #4: Kollaboration

Jørgen Stamp: International Digital Preservation (CC-BY)
Jørgen Stamp: International Digital Preservation (CC-BY)

Viele der bisher angesprochenen Trends enthalten das Element Zusammenarbeit. Bei OER muss z.B. mit Lehrenden, Didaktikstellen, E-Learning-Fachstellen und anderen zusammengearbeitet werden. Multidisziplinär ausgerichtete Forschung, wie z.B. in den Digital Humanities, bedingen eine fächerübergreifende Kooperation. Viele der elektronischen Dienstleistungen kann eine einzelne Bibliothek gar nicht betreiben – und wenn es technisch möglich wäre, macht es inhaltlich wenig Sinn: digitale Langzeitarchivierung, Repositorien, Digitalisierungsplattformen, Lizenzierung und vieles mehr wird heute schon in Form von Verbünden, Konsortien oder Netzwerken betrieben und den Nutzern angeboten. Cloudbasierte Infrastrukturen werden diesen Trend noch verschärfen und die Grundsatzfrage aufwerfen, was man in welcher Form gemeinsam betreiben kann oder muss. Das Konzept von Linked Open Data (Diskussion dazu folgt) verlangt nach koordinierter Zusammenarbeit – und so wird sich die Katalogisierung in naher Zukunft komplett verändern. International agierende Unternehmen oder Organisationen (wie z.B. OCLC oder ExLibris) richten ihre Produkte auf diese weltweite Kooperation aus, und es stellt sich die Frage, in welchem Ausmass Bibliotheken die Entwicklung mitgestalten werden oder diese den kommerziellen Vorreitern überlassen.

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Trend und Herausforderung #3: Open Content

Der freie Zugang zu Publikationen beschäftigt die Bibliothekswelt schon seit einiger Zeit. Doch das Thema offene Inhalte geht über Open Access hinaus: Die Forderung nach freiem Zugang bezieht sich mittlerweile auch auf digitale Objekte, wie digitalisierte Bücher oder Fotografien, auf Forschungsdaten, Lehrinhalte (Open Educational Resources) oder auf Metadaten. Gerade die relativ junge Disziplin Digital Humanities verlangt nach „Big Open Data“: grosse Datenbestände, die frei zugänglich sind und ohne Einschränkung genutzt werden können. Bibliotheken verfügen mit ihren digitalisierten Altbeständen über solche Inhalte, die für historische Forschung (und andere Forschungsrichtungen) interessant sind. Doch in der Praxis zeigt sich, dass diese Daten, auch die zugehörigen Metadaten, häufig nicht eindeutig offen publiziert sind.

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Herausforderung #2: Langzeitarchivierung

Jørgen Stamp: Archivplan, CC-BY
Jørgen Stamp: Archivplan, CC-BY

Jørgen Stamp: Bevaringsplan, CC-BY from http://digitalbevaring.dk/bevaringsplan/

Wie schon angesprochen, befassen sich Bibliotheken traditionell mit der Archivierung von Medien, seit einiger Zeit auch mit der Archivierung von digitalen Medien. Der Schreibende hat die Entwicklung an der ETH Zürich in diesem Bereich zum Teil direkt, zum Teil mittelbar miterlebt. Hier hat sich gezeigt, dass neben der archivarischen und informationstechnischen Fachkompetenz auch viel Geduld gefragt war, bis sich die Bibliothek an der Hochschule als anerkannter Partner von IT und Forschung etablieren konnte. Mittlerweile gehört der Service Digitaler Datenerhalt ins Portfolio der ETH-Bibliothek (vgl. dazu https://www.library.ethz.ch/ms/Digitaler-Datenerhalt-an-der-ETH-Zuerich). Weiterlesen „Herausforderung #2: Langzeitarchivierung“

Trend und Herausforderung #1: Forschungsdaten

digitale Archivierung

Jørgen Stamp: Digitalbevaring (CC-BY from http://digitalbevaring.dk/digital-bevaring/)

Diese Thematik wird im Horizon Report mehrfach angesprochen: über die beiden Trends zunehmender Fokus auf Forschungsdatenmanagement, Zunehmende Zugänglichkeit von Forschungsinhalten sowie die Herausforderung Erfassung und Archivierung digitaler Forschungsergebnisse. Zudem besteht ein direkter Bezug zur neuen Rolle von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren, da für diese Aufgabe neues Know-how gefordert wird.

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Herausforderungen für Bibliotheken Q2/2015

Für einen Sammelband habe ich mich erneut mit dem Thema aktuelle Herausforderungen für Bibliotheken befasst. Da sich bis zum Erscheinen des Textes in gedruckter Form einiges bewegen und verändern wird und da im August bereits der Horizon Report 2015 Library Edition erscheinen wird, poste ich den Inhalt des Beitrags hier im Blog und datiere ihn mit 2. Quartal 2015. Wobei ich mir (natürlich) die Freiheit nehme, die Beiträge zu verändern und mit aktuellen Hinweisen anzureichern.

Ich werde hier aktuelle und mögliche künftige Herausforderungen für Bibliotheken auf der Grundlage der Ergebnisse des Horizon Report 2014 Edition Bibliotheken (englische Version, deutsche Version) darstellen und interpretieren. Im Horizon Report wurden je sechs Trends, relevante Technologien sowie Herausforderungen für wissenschaftliche Bibliotheken ermittelt und beschrieben. Bei den Trends wird nach kurzfristigen (1-2 Jahre), mittelfristigen (3-5 Jahre) und langfristigen (über 5 Jahre) unterschieden. Bei den technologischen Entwicklungen werden drei unterschiedliche Zeithorizonte betrachtet, in denen diese Entwicklungen für Bibliotheken wirksam werden sollen: ein Jahr, 2-3 Jahre und 4-5 Jahre. Eine andere Differenzierung findet sich bei den Herausforderungen: hier wird zwischen lösbaren, schwierigen und komplexen Herausforderungen unterschieden.

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