Trend und Herausforderung #10: Bibliothek als Raum

In die Ausgabe 2014 des Horizon Report Library Edition hat es das Thema neue Funktionen der Bibliothek als Raum nicht geschafft. Doch die in den vorangegangenen Beiträgen geschilderten Veränderungen wirken sich unmittelbar auch auf die Funktion und die Gestaltung des Raums der Bibliotheken aus. Oder anders herum lässt sich sagen, dass sich Bibliotheken im Raum neue Nutzungsformen erschliessen müssen, da sich die traditionellen Geschäftsbereiche und Nutzungsformen verändern.

Two students writing a project together at Hjørring library.  Photo by: Per Drustrup Larsen
Two students writing a project together at Hjørring library.
Photo by: Per Drustrup Larsen

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Trend und Herausforderung #8: alternative Suche

Das Problem ist seit einiger Zeit bekannt, das Rezept noch nicht gefunden: Den Bibliotheken ist eine wohl übermächtige Konkurrenz als wichtigste Informationsvermittler erwachsen. Mit Google Scholar bietet der Suchmaschinenriese auch eine spezifische Suche nach wissenschaftlichen Ressourcen an, Forschungs- und Austauschplattformen sind entstanden, auf denen WissenschaftlerInnen Informationen austauschen und sich vernetzen (z.B. ResearchGate oder Mendeley).

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Trend und Herausforderung #7: Change

Die Herausforderung „Bereitschaft zu radikalem Wandel“ betrifft sowohl die Institution Bibliothek wie auch die Mitarbeitenden. Bibliotheken befinden sich in einem höchst dynamischen Umfeld, denn Entwicklungen in der Informationstechnologie betreffen Bibliotheken unmittelbar. Das fordert Bibliotheken sowohl auf der Ebene der Dienstleistungen als auch der internen Organisation. Der radikale Wandel im Aussen bedeutet, dass neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entwickelt werden müssen, um sich den veränderten Anforderungen anzupassen. Im Innern bedeutet dies, neue Strukturen zu entwickeln und neue Methoden des Managements einzuführen. Die Bereitschaft, sich neu zu erfinden, neue Geschäftsfelder zu erschliessen und die Form der Zusammenarbeit zu erneuern, ist eine der grössten Herausforderungen. Zumal gerade auch die interne Organisation von Bibliotheken noch weitgehend linear und hierarchisch ausgerichtet ist. Agile Formen der Produktentwicklung, dynamische Organisationsformen und die Partizipation von Mitarbeitenden und Nutzern werden künftig diese traditionellen Strukturen aufweichen.

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Trend und Herausforderung #6: neue Aufgaben und Rollen für Bibliothekarinnen und Bibliothekare

Angesichts der in den vorangegangenen Beiträgen beschriebenen grossen bevorstehenden Veränderungen erstaunt es nicht, dass die neuen Anforderungen an die Mitarbeitenden in Bibliotheken eine der oft genannten Herausforderungen sind. Gerade die Veränderungen im Kerngeschäft wirken sich nachhaltig auf die Aufgaben und Rollen von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren aus:

Jørgen Stamp: : Planung (CC-BY)
Jørgen Stamp: : Planung (CC-BY)

Jørgen Stamp: Planlaegning (CC-BY), http://digitalbevaring.dk/planlaegning-af-digitaliseringsprojekter/

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Trend und Herausforderung #4: Kollaboration

Jørgen Stamp: International Digital Preservation (CC-BY)
Jørgen Stamp: International Digital Preservation (CC-BY)

Viele der bisher angesprochenen Trends enthalten das Element Zusammenarbeit. Bei OER muss z.B. mit Lehrenden, Didaktikstellen, E-Learning-Fachstellen und anderen zusammengearbeitet werden. Multidisziplinär ausgerichtete Forschung, wie z.B. in den Digital Humanities, bedingen eine fächerübergreifende Kooperation. Viele der elektronischen Dienstleistungen kann eine einzelne Bibliothek gar nicht betreiben – und wenn es technisch möglich wäre, macht es inhaltlich wenig Sinn: digitale Langzeitarchivierung, Repositorien, Digitalisierungsplattformen, Lizenzierung und vieles mehr wird heute schon in Form von Verbünden, Konsortien oder Netzwerken betrieben und den Nutzern angeboten. Cloudbasierte Infrastrukturen werden diesen Trend noch verschärfen und die Grundsatzfrage aufwerfen, was man in welcher Form gemeinsam betreiben kann oder muss. Das Konzept von Linked Open Data (Diskussion dazu folgt) verlangt nach koordinierter Zusammenarbeit – und so wird sich die Katalogisierung in naher Zukunft komplett verändern. International agierende Unternehmen oder Organisationen (wie z.B. OCLC oder ExLibris) richten ihre Produkte auf diese weltweite Kooperation aus, und es stellt sich die Frage, in welchem Ausmass Bibliotheken die Entwicklung mitgestalten werden oder diese den kommerziellen Vorreitern überlassen.

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Herausforderung #2: Langzeitarchivierung

Jørgen Stamp: Archivplan, CC-BY
Jørgen Stamp: Archivplan, CC-BY

Jørgen Stamp: Bevaringsplan, CC-BY from http://digitalbevaring.dk/bevaringsplan/

Wie schon angesprochen, befassen sich Bibliotheken traditionell mit der Archivierung von Medien, seit einiger Zeit auch mit der Archivierung von digitalen Medien. Der Schreibende hat die Entwicklung an der ETH Zürich in diesem Bereich zum Teil direkt, zum Teil mittelbar miterlebt. Hier hat sich gezeigt, dass neben der archivarischen und informationstechnischen Fachkompetenz auch viel Geduld gefragt war, bis sich die Bibliothek an der Hochschule als anerkannter Partner von IT und Forschung etablieren konnte. Mittlerweile gehört der Service Digitaler Datenerhalt ins Portfolio der ETH-Bibliothek (vgl. dazu https://www.library.ethz.ch/ms/Digitaler-Datenerhalt-an-der-ETH-Zuerich). Weiterlesen „Herausforderung #2: Langzeitarchivierung“

Herausforderungen für Bibliotheken Q2/2015

Für einen Sammelband habe ich mich erneut mit dem Thema aktuelle Herausforderungen für Bibliotheken befasst. Da sich bis zum Erscheinen des Textes in gedruckter Form einiges bewegen und verändern wird und da im August bereits der Horizon Report 2015 Library Edition erscheinen wird, poste ich den Inhalt des Beitrags hier im Blog und datiere ihn mit 2. Quartal 2015. Wobei ich mir (natürlich) die Freiheit nehme, die Beiträge zu verändern und mit aktuellen Hinweisen anzureichern.

Ich werde hier aktuelle und mögliche künftige Herausforderungen für Bibliotheken auf der Grundlage der Ergebnisse des Horizon Report 2014 Edition Bibliotheken (englische Version, deutsche Version) darstellen und interpretieren. Im Horizon Report wurden je sechs Trends, relevante Technologien sowie Herausforderungen für wissenschaftliche Bibliotheken ermittelt und beschrieben. Bei den Trends wird nach kurzfristigen (1-2 Jahre), mittelfristigen (3-5 Jahre) und langfristigen (über 5 Jahre) unterschieden. Bei den technologischen Entwicklungen werden drei unterschiedliche Zeithorizonte betrachtet, in denen diese Entwicklungen für Bibliotheken wirksam werden sollen: ein Jahr, 2-3 Jahre und 4-5 Jahre. Eine andere Differenzierung findet sich bei den Herausforderungen: hier wird zwischen lösbaren, schwierigen und komplexen Herausforderungen unterschieden.

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Erkenntnisse aus dem Hackathon: Wir brauchen eine Open Data Policy

Ich meldete mich für den ersten Hackathon in der Schweizer Nationalbibliothek an, um zu sehen, was bei einer solchen Veranstaltung genau passiert, welchen Beitrag ich eventuell leisten könnte – und was diese Veranstaltungsform für Bibliotheken bedeuten kann. Überraschenderweise habe ich dann schnell ein Projekt gefunden, an dem ich mich beteiligen konnte. Es ging um die Aufbereitung historischer Karten. Eine Beschreibung des Projekts haben wir im Wiki publiziert: http://make.opendata.ch/wiki/project:oldmaps. Hier geht es aber nicht um die Inhalte dieses Projekts, sondern um die grundsätzlichen Fragen, die sich mir in Bezug auf die Rolle von Bibliotheken (eventuell allen GLAM-Institutionen, also auch von Archiven, Museen und Galerien) stellen, wenn es um Open Data geht. Wir wollten also digitalisierte historische Karten finden, die als open data bereitgestellt werden sowie die dazu gehörigen Metadaten finden und nutzen. Da ich schon gewisse Erfahrungen mit Karten und Kartensammlungen habe, machte ich mich bei der Suche nach Kartenbeständen nützlich. Dabei sind wir auf verschiedene Hindernisse gestossen: Weiterlesen „Erkenntnisse aus dem Hackathon: Wir brauchen eine Open Data Policy“

Erster Horizon Report > 2014 Library Edition publiziert

Der erste Horizon Report > 2014 Library Edition, der sich mit Trends im Bereich der Wissenschaftlichen Bibliotheken weltweit befasst, ist veröffentlicht. Er wurde vom New Media Consortium (NMC) in Zusammenarbeit mit der HTW Chur, der ETH-Bibliothek Zürich und der TIB Hannover erstellt. Rund 50 internationale Experten haben die relevanten Themen ausgewählt, diskutiert und bewertet. Mich persönlich hat es sehr gefreut zusammen mit diesen Expertinnen und Experten sowie mit Larry Johnson, Andreas Kirstein und Lambert Heller als „Co-principal Investigators“ an diesem spannenden Projekt mitzuwirken. Dem Team vom NMC um Samantha Adams Becker gebührt besonderer Dank für die grosse Arbeit, die sie im Hintergrund geleistet haben. Lanciert wurde der Horizon Report > 2014 Library Edition im Rahmen der IFLA-Konferenz 2014 in Lyon. Weiterlesen „Erster Horizon Report > 2014 Library Edition publiziert“

Beitrag Bibliotheksverbünde: fehlender Text in der Einleitung

Eben haben wir bemerkt, dass in der HTML- und EPUB-Version des Beitrags der einleitende Text verloren gegangen ist. Die Kollegen von 027.7 werden dies sicher bald beheben. In der PDF-Version ist der Text enthalten. Weiterlesen „Beitrag Bibliotheksverbünde: fehlender Text in der Einleitung“