Trend und Herausforderung #11: Makerspaces in Bibliotheken

Bei diesem Thema sehe ich die Herausforderung darin, das Konzept Makerspace als neues didaktisches Konzept zur Wissensvermittlung zu verstehen und auf die Bedürfnisse der eigenen Zielgruppe zu adaptieren. Ein Makerspace bedeutet nicht, einen Raum mit einem 3D-Drucker anzubieten oder Schulungen zu veranstalten. Makerspace bedeutet viel mehr einen Raum zu schaffen, der zum Experimentieren, Ausprobieren und Basteln einlädt. Inhaltlich können die Angebote vom Häkeln über Multimedia-Produktion, Roboterbauen bis hin zum 3D-Modellieren und Printen reichen.

Pete Prodoehl: Good Crowd at Milwaukee Makerspace
Pete Prodoehl: Good Crowd at Milwaukee Makerspace

Makerspaces funktionieren bottom-up, das heisst, man kann sie nicht einrichten und bespielen wie eine Ausstellung. Wichtig ist der Freiraum und gleichzeitig eine kompetente Begleitung oder gar Animation. Bei vielen Makerspaces hat sich gezeigt, dass die Zusammenarbeit mit lokalen Gruppen und Fachleuten entscheidend für den Erfolg ist, wie zum Beispiel beim Makerspace der Stadtbibliothek Köln. An Hochschulen drängt sich die Zusammenarbeit mit Fachgruppen auf, die ein Bedürfnis haben, ihre Fähigkeiten auch nach aussen zu vermitteln. Hier gibt es zum Beispiel Fachleute für 3D-Modellierung, die dies einem breiteren Publikum oder anderen Studierenden vermitteln wollen. Als Beispiel sei hier der Makerspace der SLUB Dresden genannt. Und wiederum stellt sich die Frage, welche Rolle Bibliothekarinnen und Bibliothekare dabei einnehmen und welche konkreten Fertigkeiten und Kompetenzen sie in dieses Format einbringen können. Ich meine, dass es auf Dauer nicht genügen wird, nur den Rahmen für ein solches Angebot zu organisieren.

Ich habe an unserer Hochschule HTW Chur die Idee eingebracht, ein LibraryLab für die Studierenden der Information Science einzurichten. In diesem Labor sollen Studierende verschiedene neue Technologien ausprobieren und zum Beispiel in Projektkursen auf die Anwendung in Bibliotheken prüfen können. Ich denke da an Technologien wie Augmented Reality, Near Field Communication, Gestensteuerung, Conductive Ink, Arduino und MakeyMakey und vieles mehr. Gleichzeitig lernen die Studierenden aber auch das Konzept Makerspace kennen und verstehen, was es für ein entsprechendes Bibliotheksangebot braucht. Unter anderem wird auch die Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen und Instituten wichtig sein. Diese Idee wird nun im Rahmen des Service and Innovation Labs (SIL) der HTW Chur weiterverfolgt. Ich hoffe, dass hier schon bald über die Umsetzung und Inbetriebnahme berichtet werden kann…

 

Autor: mrudolf

Professor for Library Science at HTW Chur (university of applied sciences), co-editor of Informationspraxis, co-principal investigator of the Horizon Report Library Edition, blogging on library topics - and also on mindful living (in German as Männerherz)

6 Kommentare zu „Trend und Herausforderung #11: Makerspaces in Bibliotheken“

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